Menschenrechtserziehung durch Geschichtsunterricht

Exemplarische Vorstudie zu den Lernvoraussetzungen Jugendlicher als Grundlage eines zeitgemässen und nachhaltigen Geschichtsunterrichts über den Holocaust

Institut, Hochschule

Forschung und Entwicklung, Pädagogische Hochschule Zürich

Mitarbeitende

Sabina Brändli, Stephan Hediger

Trägerschaft

Pädagogische Hochschule Zürich

Laufzeit

01.10.2006−31.12.2007

Projektbeschrieb

Menschenrechtserziehung ist ein Kernauftrag der Gesellschaft an die Volksschule. Der Geschichtsunterricht hat einen substanziellen Beitrag zu leisten. Der Nationalsozialismus stellt den Geschichtsunterricht unter massiven gesellschaftlichen Erwartungsdruck. Auschwitz als Zivilisationsbruch zwingt dazu, den Geschichtsunterricht auf die Erziehung zu Toleranz und gegen Rassismus auszurichten. Die Unterrichtsrealität ist ernüchternd: Der erzieherische Einfluss des Geschichtsunterrichtes auf demokratische und tolerante Werthaltungen der Jugendlichen muss als marginal eingeschätzt werden. Das vorliegende Projekt erforscht diesen Missstand. Die Hypothese lautet: Den Lehrpersonen ist zu wenig bewusst, in welchem Ausmass aktuelle Zeitfragen wie Migration, Medienkonsum und Rechtsextremismus die Lernvoraussetzungen der Jugendlichen prägen. Die Historisierung des Geschehens für die Generation der Urenkel der Zeitzeugen sowie aktuellere Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Balkan, Ruanda) stellen zusätzliche didaktische Herausforderungen dar.
Die EDK hat das Mandat, die «Guidelines» der Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research in der Schweiz umzusetzen. Den Pädagogischen Hochschulen kommt dabei die Schlüsselfunktion zu. In Aus- und Weiterbildung haben sie die Umsetzung zu gewährleisten. Die nationale Tagung der EDK «Unterrichten in der Schweiz zur Erinnerung an den Holocaust» hat gezeigt, dass zunächst die Lernvoraussetzungen in der Schweiz geklärt werden müssen. Das vorliegende Projekt liefert mit einer qualitativen Erhebung im Kanton Zürich die erforderliche Situationsanalyse.

Link