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Familienerziehung und Rechtsextremismus
Analyse der biographischen Genese rassistischer Deutungs- und Handlungsmuster junger Menschen
Institut, Hochschule
Pädagogischen Instituts, Universität Zürich
Mitarbeitende
Thomas Gabriel, Thomas Geisen, Margot Vogel
Trägerschaft
Schweizerischer Nationalfonds (NFP 40+), Universität Zürich
Laufzeit
01.04.2004−31.03.2007
Projektbeschrieb
Das Projekt untersucht den Einfluss der Familie und des sozialen Bezugssystems auf die Entwicklung rassistischer und rechtsextremer Einstellungen und Handlungen. Von besonderem Interesse sind die Aufdeckung von «Entwicklungspfaden» in den Biographien Jugendlicher sowie die Analyse von Mechanismen der Tradierungen zwischen den Generationen.
Hintergrund, Problemstellung: Aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive ist die Aktualisierung rechtsextremer und rassistischer Handlungs- und Deutungsmuster in einem hohen Grad individuumsbezogen zu verstehen. Für die zu untersuchende Fragestellung bietet sich deshalb ein Forschungszugang an, der qualitativ angelegt ist und im Rahmen von Fallstudien die biographische Entwicklung Jugendlicher rekonstruiert und in einem mehrgenerativen Kontext versteht. Dieses Vorgehen wird von Ergebnissen jüngerer Forschung gestützt, die übereinstimmend davor warnen, sich einseitig auf das Ergebnis von Sozialisation zu konzentrieren und den prozessualen und individuellen Charakter der Aneignung sozialer Dispositionen zu vernachlässigen.
Ziel und Vorgehen: Über detaillierte Einzelfallanalysen werden die biographischen Verläufe auf ihren subjektiven Sinn befragt. Um die Tradierung von Erziehungsstilen, Werten und Deutungsmustern in familiären Generationszusammenhängen genauer zu bestimmen und in ihrem Einfluss auf die Entwicklung rassistischer Deutungs- und Handlungsmuster gewichten zu können, ist eine mehrgenerative Perspektive im Forschungskonzept berücksichtigt. Die Eltern und die Grosseltern sowie signifikante Bezugspersonen im familialen und sozialen Umfeld der jungen Menschen werden in die Untersuchung einbezogen.
Bedeutung: Die im Rahmen des Projektes angestrebte Analyse des Zusammenhangs von Familienerziehung, Rechtsextremismus und Rassismus soll dazu beitragen, die Kluft zwischen sozialstrukturellen Modellen einerseits und erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen sowie pädagogischen Handlungskonzepten andererseits zu überbrücken. Die Studie zielt daher auf ein besseres Verständnis des Zusammenhangs zwischen Werteentwicklungen, Mentalitätsmustern, rassistischen Einstellungen und deren Realisierung in individuellen oder gruppenspezifischen Kontexten. Dieser Zusammenhang erscheint für die inhaltliche Ausrichtung sozialpädagogischer und juristischer Präventions- und Interventionskonzepte von entscheidender Bedeutung.