- GEGENSTAND
- FORSCHUNG
- DIDAKTIK
- Adressatenorientierung
- Bildungsstandards / GPJE
- Demokratie leben. Soziales Lernen im Politikunterricht
- Demokratie-Lernen
- EDC – Demokratie-Erziehungsprojekt des Europarates
- Exemplarisches Lernen
- Handlungsorientiertes Lernen
- Kontroversität
- Medienkunde
- Partizipation
- Partizipation in Schule und Unterricht
- Partizipative Schulentwicklung
- Politik-Lernen oder Demokratie-Lernen
- Politikzyklus
- Polity, Policy, Politics
- Problemorientierung
- METHODEN
- PRAXISFELDER
Politikzyklus
Der Politikzyklus ist ein Modell, um das politische Geschehen, bzw. politische Prozesse zu gliedern und zu verstehen. Er bietet eine mögliche Form der Auseinandersetzung mit Politik, die sich von einem rein kategorialen oder institutionellen Zugang unterscheidet.
Der Politikzyklus beschreibt vier Phasen, die aufeinander folgen: die Problemstellung, die Auseinandersetzung über mögliche Lösungen, die Entscheidung für eine Lösung, die Beurteilung der Lösung, die unter Umständen zu einem neuen Problem führen kann. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass der Zyklus bei einem konkreten Prozess nicht "geschlossen" ist. Die Beurteilung führt nicht zum selben, sondern zu einem neuen Problem.
Der Politikzyklus kann als Ergänzung zu den Politik-Dimensionen "policy, polity, politics" gesehen werden. Im Zyklus sind dies Dimensionen enthalten: das Problem ist stärker eine Frage des Inhalts (policy), bei der Auseinandersetzung ist eher die Dimension der Prozesse (politics) betroffen, die Entscheidung ist stärker an die Dimension der Institutionen (polity) gebunden. Letztlich sind aber in allen Phasen alle drei Dimensionen erkennbar.
Der Politikzyklus reduziert, wie jedes Modell, die Wirklichkeit. So werden Probleme erst dann erfasst, wenn sie in den politischen Entscheidungsprozess eingeflossen sind. Ebenso wichtig kann eine Analyse der Vorgeschichte sein: Wie ist der Gegenstand der Diskussion überhaupt zu einem Problem geworden, das einer Lösung bedarf?
Der Politikzyklus eignet sich nicht nur zur Analyse eines Prozesses, sondern auch zur Sachanalyse (für die er ursprünglich entwickelt wurde). Mit dem Zyklus kann ein Unterrichtsgegenstand der Politischen Bildung systematisch gegliedert werden:
- Um welches Problem handelt es sich?
- Worum dreht sich die Auseinandersetzung? Was sind Argumente und Vorgehensweisen?
- Welche Entscheidungen werden getroffen?
- Wie fallen die Beurteilungen dieser Entscheidungen aus? Führen diese zu neuen Problemen?
Die Sachanalyse eines politischen Gegenstandes mit Hilfe des Politikzyklus’ kann der Unterrichtsvorbereitung dienen. Darin besteht eine Verbindung zur Problemorientierung, die als Methode der Politikdidaktik Kriterien für die Auswahl des Unterrichtsgegenstands bereitstellen will.
Jan Hodel, Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz
Medien
Hans-Werner, Peter Massing (2001): Politikunterricht. Kategorial und handlungsorientiert. Ein Videobuch. Schwalbach/Ts: Wochenschau-Verlag.
Peter Massing (1995): Wege zum Politischen. In Politik als Kern der politischen Bildung. Wiesbaden: VS Verlag, 61-98.
