EDC – Demokratie-Erziehungsprojekt des Europarates

Seit seiner Gründung im Jahr 1949 hat der Europarat daran gearbeitet, eine engere Zusammenarbeit seiner Mitglieder zu erreichen sowie die Demokratie und die Anerkennung der Menschenrechte in Europa zu stärken. Der Bildungsbereich spielt bei der Erreichung dieser Ziele eine Schlüsselrolle und gilt als einer der Pfeiler der Demokratie. Der Europarat betrachtet Demokratie als einen Lernprozess und gestaltet seine Bildungspolitik und Aktivitäten im Hinblick auf den Aufbau einer demokratischeren europäischen Gesellschaft.

Demokratieerziehung, verstanden als umfassende Politische Bildung, ist eine Reaktion auf die grossen gesellschaftlichen Herausforderungen, vor denen die  Gesellschaft steht, z.B. der Zunahme von Intoleranz und Rassismus in Europa, des Anwachsens von Individualismus, Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung, geringer Beteiligung an Politik und Staatsangelegenheiten sowie mangelndem Vertrauen in die demokratischen Einrichtungen.

Das Projekt wurde in zwei Phasen abgewickelt:

  • In der ersten Phase (1997 bis 2000) wurden die Konzepte der Demokratieerziehung klar definiert. Nebst theoretischen Grundlagen wurden auch Strategien für die Bildungspolitik entwickelt.
  • In der zweiten Phase (2001 bis 2004) wurden aufgrund dieser Ergebnisse politische Standards für Demokratieerziehung entwickelt, verabschiedet und in den Mitgliedstaaten in die Praxis umgesetzt. Die Sachverständigen haben auch praktische Schwierigkeiten in den verschiedenenMitgliedstaaten untersucht.

Mit der Einrichtung eines europaweiten Netzwerks nationaler Koordinator/innen konnte der Europarat in jedem Mitgliedstaat geeignete Massnahmen festlegen, die auch eine erleichterte Koordination der Projektarbeit auf lokaler Ebene umfasste.
Das Minister/innenkomitee des Europarats erklärte das Jahr 2005 zum "Europäischen Jahr der Politischen Bildung" und zeigte dabei, dass Demokratie-Erziehung von zentraler Bedeutung für Europa ist.

Auf der Grundlage diverser politischer Entscheidungen arbeitet der Europarat nun in einer dritten Phase, die bis 2009 dauert, an einer Umsetzung der demokratiepolitischen Bildung in den Mitgliedsländern:

  • Abhaltung von Seminaren und Konferenzen,
  • Organisation von Aktivitäten in den Mitgliedstaaten über Schulen und / oder NGOs,
  • Entwicklung von Werkzeugen wie den EDC-Koffer, der Handbücher für ErziehungsexpertInnen enthält,
  • das Verfassen einer 6-bändigen Publikationsreihe "Living in Democracy", welche auf einander abgestimmte Praxis-Beispiele für die Unterrichtsarbeit in der Schule bereithält.

Schliesslich will der Europarat mit dem Tool "Demokratische Schulgestaltung in Theorie und Praxis" auch ein Werkzeug des EDC-Koffers liefern, das vor allem diejenigen Akteure anspricht, die in Europa in Schulgestaltung involviert sind und ihre Schule demokratischer gestalten wollen.

Detaillierte Informationen zur Entwicklung des EDC-Projektes, zu EDC in England, Irland, Kroatien und Russland sowie zu den Grunddokumenten des EDC-Projektes finden Sie unter der Rubrik Schweiz – International.

Christian Fallegger, Gymnasiallehrer an der Kantonsschule Reussbühl

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