Demokratie und Partizipation – soziales und politisches Lernen

Die diesjährige Weiterbildungstagung des Zentrum für Demokratie Aarau, welche am 29. März 2008 unter der Leitung von Beatrice Ziegler durchgeführt wurde, befasste sich mit dem Thema "Demokratie und Partizipation".

Zu Beginn referierte Prof. Dr. Roland Reichenbach vor zahlreich erschienenen Gästen über das Thema "Schule als Polis". Lebhaft und humorvoll warf er kritische Gedanken auf, welche den Zuhörenden aufzeigten, dass der pädagogische Diskurs, welcher die Partizipation eindeutig als positiv und wirkungsstark darstellt, zu den wenig aufrichtigen Seiten dieses Diskurses gehört. Seine Thesen unterstrich Reichenbach stets mit anschaulichen Beispielen. Bestimmte demokratiepädagogische Projekte funktionieren vor allem bei  Kindern im Grundschulalter. Ein Maturand hingegen ist primär daran interessiert, wie er die Matura schafft, und nicht an der Umgestaltung des Schulhauses. Daraus leitete der Referent auch ab, dass die Nichtpartizipation einen genauso grossen Stellenwert wie die Partizipation hat. In der Schule müsste dies vermehrt aufgezeigt werden, jedoch immer unter dem Aspekt, dass Partizipation für alle möglich ist.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden drei unterschiedliche Workshops angeboten. Hildy Marty, Ko-Leiterin von Mega!phon zeigte auf, dass Partizipation ein Entwicklungsanliegen der Schulen ist. Bruno Rütsche führte die Teilnehmenden in die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Migranteneltern ein, und Matthias Lüthy berichtete über das Just-Community-Modell der Schule Brühl in Solothurn. Zum Schluss der Tagung konnte nicht nur Beatrice Ziegler ein positives Fazit ziehen, sondern auch die Teilnehmenden.

Achim Lück, Pädagogische Hochschule, Fachhochschule Nordwestschweiz

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