Aus- und Weiterbildung

Da Politische Bildung (PB) in der Schweiz zumeist als fächerübergreifender Unterrichtsinhalt positioniert ist, fliessen Elemente PB in alle Ausbildungsgänge und Schulstufen ein. Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen in der Schweiz nur wenige.

Die Didaktik auf der Eingangsstufe beispielsweise thematisiert partizipative Ansätze wie den Klassenrat, die Bestandteile des Demokratie- und Partizipationslernens sind. Interkulturelle Pädagogik, die Fragen der Integration von Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund, anderen Bildungs- und Lebenschancen anspricht, kann ebenfalls auf allen Stufen unterrichtet werden und dabei wesentliche Elemente PB aufgreifen. Die wissensgestützte Auseinandersetzung mit politischen Fragen findet traditionsgemäss zentral im Geschichtsunterricht statt. Daher ist die Ausbildung für den Geschichtsunterricht das wichtigste Gefäss für PB. Doch auch Nachbardisziplinen wie Geografie oder Wirtschaftskunde und scheinbar weit entfernt gelegene Fächer wie Biologie sind bedeutsam.

Diese Einbettung der PB in verschiedene Fächer eröffnet einerseits die Chance eines breit gefächerten Zugangs und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Andererseits aber besteht die Gefahr fehlender Verbindlichkeit: PB erscheint zwar als wünschenswerter Inhalt, kommt aber aufgrund der sonst schon dicht gedrängten Anforderungen an den einzelnen Fachunterricht trotzdem zu kurz. Umso wichtiger ist daher die Einbindung PB in die Ausbildung in Form eigenständiger Module, um künftigen Lehrpersonen deren Einbezug in die spätere Unterrichtspraxis zu erleichtern.

Weil eine über Staatskunde hinaus reichende PB in der Schweiz neu ist, sind erst an den in den letzten Jahren aufgebauten Pädagogischen Hochschulen entsprechende Ausbildungsgänge entstanden bzw. werden derzeit noch entwickelt. Im Gegensatz zur ausserschulischen und zur Erwachsenenbildung ist PB hier schon relativ gut verankert.

 

Yvonne Leimgruber, Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz